Leibniz-Strategieforum „Technologische Souveränität“

Technologische Souveränität ist zu einem der wichtigsten Themen auf der innovationspolitischen Agenda geworden – sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Inzwischen ist klar, dass Europa die Entwicklung und Anwendung neuer Technologien international auf Augenhöhe mitgestalten muss.

Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft haben das interdisziplinäre Strategieforum „Technologische Souveränität“ gemeinsam angestoßen, um die einmalige Leibniz-Perspektive in dieses zentrale Themenfeld einzubringen. Sie werden dafür interdisziplinäre und holistische Beiträge der Leibniz-Gemeinschaft zu Lösungskonzepten in strategisch relevanten technologischen Schlüsselfeldern zusammen mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, und Politik erarbeiten.

Mit der Einrichtung einer Geschäftsstelle übernimmt das IKZ die Sprecher- und Koordinationsfunktionen des Leibniz-Strategieforums.

Informationen zum Strategieforum auf der Webseite der Leibniz-Gemeinschaft

Pressemitteilung des BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung
Berlin, 02.09.2021
 

Rat für technologische Souveränität nimmt Arbeit auf

Elf Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen kamen am Mittwoch zur Auftaktsitzung des vom Bundesforschungsministerium gegründeten Rats für technologische Souveränität zusammen

Das Gremium mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft hat die Aufgabe, in den kommenden Monaten für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Empfehlungen zur Stärkung der technologischen Souveränität Deutschlands und der Europäischen Union auf zentralen Technologiefeldern zu erarbeiten.  

Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Ich arbeite dafür, dass Deutschland und die Europäische Union durch eine starke Forschungs- und Innovationspolitik international wettbewerbsfähig bleiben und wir auf technologischen Schlüsselgebieten, etwa Wasserstoff- oder Quantentechnologien, mit unserer Ingenieurs- und Entwicklerkunst weltweit Standards setzen. Wir müssen in Deutschland und Europa selbst in der Lage sein, Schlüsseltechnologien aus eigener Kompetenz heraus zu verstehen, herzustellen und daraus Produkte zu kreieren. Die Stärkung der technologischen Souveränität Deutschlands und der Europäischen Union gilt es in den kommenden Jahren kraftvoll voranzutreiben. Wir brauchen hierfür eine breite Expertise, um die richtigen Strategien zu entwickeln. Ich freue mich, dass sich der neue Rat für technologische Souveränität, den ich genau mit diesem Ziel vor Augen ins Leben gerufen habe, jetzt an die Arbeit macht und entsprechende Empfehlungen entwickelt.“

 

Hintergrund:

Schlüsseltechnologien sind eine wichtige Grundlage von Wertschöpfung und Wohlstand. Sie ermöglichen Innovationen, sichern Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung und leisten entscheidende Beiträge zur Bewältigung globaler Herausforderungen. Um auch zukünftig in der Lage zu sein, die Entwicklung und Anwendung von Schlüsseltechnologien international auf Augenhöhe und im Sinne unserer Werte mitzugestalten, entwickelt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit geraumer Zeit seine Programmatik für technologische Souveränität konsequent weiter. 

In dem nun vom BMBF gegründeten Rat für technologische Souveränität wirken folgende Mitglieder mit:

Frau Dr. Viola Bronsema, BIO Deutschland e. V.
Herr Prof. Dr. Oliver Falck, ifo Institut
Frau Prof. Dr. Svenja Falk, Accenture Research
Herr Dr. Tim Gutheit, Infineon Technologies AG
Frau Dr.-Ing. Christina Hack, Brose Fahrzeugteile SE & Co. Kommanditgesellschaft, Bamberg
Herr Dr.-Ing. Stefan Joeres, Robert Bosch GmbH
Frau Dr. Tina Klüwer, Bundesverband Künstliche Intelligenz e.V.
Herr Prof. Dr. Oliver Kraft, Karlsruher Institut für Technologie
Frau Prof. Dr.-Ing. Marion Merklein, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Herr Prof. Dr.-Ing. Hans Dieter Schotten, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligen
Herr Prof. Dr. Andreas Tünnermann, Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF

Vorsitz: Herr Dr.-Ing. Stefan Joerges und Frau Dr. Tina Klüwer
Stellv. Vorsitz: Frau Prof. Dr. Svenja Falk

 

Das BMBF hat zudem im Austausch mit zentralen Stakeholdern und Verbänden in den vergangenen Monaten ein Impulspapier zur technologischen Souveränität erstellt. Dieses Impulspapier reflektiert die strategischen Zielsetzungen und dient als Grundlage, um die Programmatik für die Stärkung der technologischen Souveränität gezielt weiterzuentwickeln.
Das Impulspapier finden Sie hier: Technologisch souverän die ­Zukunft gestalten (bmbf.de)

Weiterführende Links: Technologische Souveränität

 

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Web: https://www.bmbf.de/

Seit Jahrzehnten hat die Globalisierung das Wachstum der Weltwirtschaft angetrieben; heute werden jedoch auch Risiken der damit verbundenen Abhängigkeiten immer deutlicher. Bedeutende Industrienationen wie USA, China, Japan, Korea und Indien streben nach stärkeren Positionen in Hochtechnologiefeldern, die oftmals zentrale Pfeiler der europäischen Wertschöpfung und unseres Wohlstandes darstellen.

Technologien ermöglichen Innovationen und sind der Schlüssel zu den Lösungen globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel, der Digitalisierung, oder der öffentlichen Gesundheit. Der Erhalt der technologischen Souveränität in Schlüsseltechnologiefeldern ist daher eine der wichtigsten Grundlagen für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit Deutschlands und Europas. Sie sollte auch in Zukunft Widerstandskraft, Wohlstand und Arbeitsplätze sichern, ohne dabei die gemeinsamen europäischen Werte wie Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Nachhaltigkeit in Gefahr zu bringen.

Sowohl die Europäische Kommission als auch die Bundesregierung stellen die technologische Souveränität in den Mittelpunkt ihrer innovationspolitischen Programme. Der zentrale Ansatz ist dabei, möglichst viele wichtige Kompetenzen entlang der gesamten Innovations- und Wertschöpfungskette miteinander zu verknüpfen.

Weiterlesen: Impulse des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur technologischen Souveränität

Gemäß dem Leibniz-Leitbild "Theoria cum praxi" bildet das F&E-Spektrum der Leibniz-Institute einen wesentlichen Teil der Wertschöpfungskette ab: von der Grundlagen- über die angewandte Forschung bis hin zu Prototypen und Kleinserien.  Zudem sind die Leibniz-Institute hochgradig interdisziplinär, was eine holistische Betrachtung ermöglicht.

In dieser Hinsicht ergänzt die Leibniz-Gemeinschaft das Kompetenzspektrum der Hochschulen und anderer Wissenschaftsorganisationen Deutschlands und leistet damit eine wichtige Bindegliedfunktion zwischen den verschiedenen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette.

Der Auftrag des Leibniz-Strategieforums „Technologische Souveränität“ besteht darin, die Beiträge der Leibniz-Instituten zu Wertschöpfungsketten von Schlüsseltechnologiefeldern gemeinsam mit Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, und Politik zu erarbeiten.

Bei der Erarbeitung strategisch relevanter Technologiefelder orientieren wir uns an den im BMBF-Impulspapier "Technologisch souverän die Zukunft gestalten" formulierten Leitinitiativen. In dafür eingerichteten Clustern von Leibniz-Instituten werden die wesentlichen Teile der entsprechenden Wertschöpfungskette miteinander verzahnt. 

Kontakt

Prof. Dr. Thomas Schröder

Tel. +49 30 6392 3001

E-Mail

Cluster und Ansprechpartner

GESUNDHEITSTECHNOLOGIEN

Prof. Dr. Jürgen Popp
Institutsdirektor
Leibniz-Institut für Photonische Technologien (IPHT)
E-Mail juergen.poppipht-jena.de

 

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

Prof. Dr. Sören Auer
Direktor
Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften (TIB)
E-Mail Auertib.eu

 

MATERIALIEN FÜR DIE DIGITALISIERUNG

Prof. Stefan Hecht, PhD
Wissenschaftlicher Direktor
Leibniz-Institut für Interaktive Materialien (DWI)
E-Mail hechtdwi.rwth-aachen.de

QUANTENTECHNOLOGIEN

Prof. Dr. Thomas Schröder
Wissenschaftlicher Direktor
Leibniz-Institut für Kristallzüchtung (IKZ)
E-Mail thomas.schroederikz-berlin.de

 

WASSERSTOFFWIRTSCHAFT

Prof. Dr. Matthias Beller
Direktor
Leibniz-Institut für Katalyse e. V. an der Universität Rostock (LIKAT)
E-Mail Matthias.Bellercatalysis.de

 

ZUKUNFTSKOMMUNIKATION

Prof. Dr. Gerhard Kahmen
Wissenschaftlich-Technischer Geschäftsführer
Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP)
E-Mail kahmenihp-microelectronics.com